Studie: Beziehungszufriedenheit in nicht-monogamen und monogamen Beziehungen

 

Kernpunkte der Studie: 

  • Unabhängig von der Beziehungsform, sind die Beziehungszufriedenheit und die sexuelle Zufriedenheit sehr ähnlich (S. 1, 5-6, 9)
  • Es scheint keine Unterschiede zwischen LGB Personen vs. Heterosexuelle Personen zu geben. (S. 1, 5, 6)
  • Es scheint keine grossen Unterschiede zwischen offenen Beziehungen und polyamoren Beziehungen zu geben (S. 1, 7). 
  • Es gibt Hinweise, dass Menschen in Swinger-Beziehungen oder polyamoren Beziehungen eine leicht höhere Zufriedenheit in Bezug auf ihre Sexualität haben, als Menschen in monogamen Beziehungen (S. 7).
  • Es gibt Hinweise, dass Menschen in monogamischen Beziehungen eine leicht höhere Beziehungszufriedenheit haben als Menschen in monogamen Beziehungen.
  • Es gibt Hinweise, dass homosexuelle Männer mehr Beziehungszufriedenheit in nicht-monogamen Beziehungen haben, als in monogamen Beziehungen (S. 10).  
  • Menschen in nicht-monogamen Beziehungen erfahren mehr Diskriminierung (2, 3) als Menschen in monogamen Beziehungen. Das scheint sich aber nicht auf die Zufriedenheit in ihrer Beziehung auszuwirken (S. 9).

 

Medea und Jonas sprechen auch in unserem Podcast über diese Studie. Die Folge ist aktuell noch nicht veröffentlicht.

 

Zur Methodik/Limitierung 

Um eine Studie wirklich zu verstehen, musst du dich immer auch damit beschäftigen, was die Studie wirklich aussagt. Wir guiden dich hier durch einige wichtige Punkte und erklären sie dir auch. 

 

Die Studie ist eine Metaanalyse, die insgesamt 35 publizierte Studien umfasst  (S. 1, 4).  Das heisst, es werden Ergebnisse aus verschiedenen Studien zusammengezogen und von den Autor*innen der Studie eingeordnet und zusammengefasst. 

Die meisten involvierten Studien sind nicht repräsentativ für die Populationen, welche sie untersucht haben und wurden durch Online-Surveys gemacht (S. 10).

Es gab Probleme, wie die verschiedenen nicht-monogamen Beziehungsformen nun in den Studien zusammengefasst werden sollten, da es keine einheitliche Terminologie gibt (S.2,3,5,9-10).

 

Die untersuchten Studien kommen aus (S.5):

  • 24x USA oder Kanada
  • 6x Australien
  • 2x Portugal
  • 1x Spanien
  • 1x Verschiedene Länder

Das heisst, die Studie macht Aussagen über Länder aus dem westlichen Kulturraum mit einem sehr starken Fokus auf USA und Kanada (S. 10). 

 

Es gab nur eine Studie welche explizit BiPoC Personen berücksichtigt hat. Die übrigen Studien haben keine Angaben zu ethnischen Hintergründen gemacht oder waren sehr stark von Weissen Personen geprägt (S. 5). 

Die Studien untersuchen Unterschiede zwischen den Gendern kaum (S. 10). 

Es könnte sein, dass primär nicht-monogame Leute an den Studien teilgenommen haben, welche positive Erfahrungen gemacht haben und sich so von den Studien auch eher angesprochen fühlen (S. 10). 

 

Die Studie wurde am 24. März 2025 publiziert. 

 

 

Ich will mehr wissen

Du findest du ganze Studie hier:

 

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40126203/ 

Die DOI Nummer ist: 10.1080/00224499.2025.2462988

 

Mit der DOI Nummer kannst du in verschiedenen Datenbanken Studien finden.  Auch in solchen, welche keinen Zugang zu einer Hochschule voraussetzen. Beachte dazu die Gesetzeslage in deinem Land. Frage auch direkt in den Hochschulen die Bibliothekar*innen, ob sie dir helfen können, Zugang zu erhalten. Falls du Bürger*in der Schweiz bist, erhältst du über das Konsortium der Schweizer Nationalbibliotheken  auch legal Zugriff auf verschiedene Studien. 

 

 

Text: Jonas und Medea

Gegenkontrolle: Anina, Maria 

 

 

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